Atemwegsdiagnostik

Provokationstestung mit Methacholin

Test der bronchialen Überempfindlichkeit – deckt ein Asthma auf, wenn die normale Lungenfunktion unauffällig ist.

Dauer: ca. 30–45 Minuten

Illustration Provokationstestung mit Methacholin

Was ist die Methacholin-Provokation?

Die Provokationstestung mit Methacholin prüft, wie empfindlich Ihre Atemwege reagieren – die sogenannte bronchiale Überempfindlichkeit. Sie ist besonders dann wertvoll, wenn der Verdacht auf ein Asthma besteht, die Lungenfunktion (Spirometrie bzw. Bodyplethysmographie) aber keine Verengung zeigt. Methacholin ist ein Stoff, der bei überempfindlichen Atemwegen eine vorübergehende, leichte Verengung auslöst – bei gesunden Atemwegen dagegen kaum Wirkung zeigt.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Zunächst messen wir Ihre Lungenfunktion als Ausgangswert. Anschließend atmen Sie über mehrere Stufen eine langsam steigende Menge Methacholin als feines Aerosol ein; nach jeder Stufe wird die Lungenfunktion erneut gemessen. Der Test endet, sobald sich eine definierte Reaktion zeigt oder die höchste Stufe ohne Reaktion erreicht ist.

Zum Abschluss erhalten Sie ein bronchialerweiterndes Spray, das eine eventuelle Verengung rasch wieder löst. Die gesamte Untersuchung wird ärztlich überwacht.

Vorbereitung: Medikamente rechtzeitig pausieren

Viele Atemwegsmedikamente beeinflussen das Testergebnis und müssen vorher pausiert werden – sonst kann der Test nicht richtig beurteilt werden. Am längsten wirkt inhalatives Kortison nach (bis zu 14 Tage). Die folgenden Karenzzeiten dienen Ihrer Orientierung; die für Sie passenden Zeiten legen wir vor dem Termin gemeinsam fest.

Bitte nie eigenmächtig absetzen: Gerade eine Asthma-Dauertherapie darf nicht ohne ärztliche Absprache unterbrochen werden.

Inhalative Medikamente

Medikament (Beispiel)vorher pausieren
kurz wirksames Beta-Spray (z. B. Salbutamol)6 Stunden
lang wirksames Beta-Spray (z. B. Salmeterol)24 Stunden
sehr lang wirksames Beta-Spray (z. B. Olodaterol)48 Stunden
kurz wirksames Anticholinergikum (z. B. Ipratropium)12 Stunden
lang wirksames Anticholinergikum (z. B. Tiotropium)7 Tage
inhalatives Kortison (z. B. Budesonid)14 Tage

Weitere Medikamente

Medikamentvorher pausieren
Kortison-Tabletten14 Tage
Montelukast (Einzeldosis / max. 1 Woche)keine
Montelukast (Dauertherapie)1–5 Tage
Antihistaminika (z. B. Desloratadin)keine
Theophyllinkeine
Betablocker12–24 Stunden

Wann der Test nicht durchgeführt wird

In bestimmten Situationen verschieben wir den Test oder führen ihn nicht durch:

  • bei einer akuten Verschlechterung einer Atemwegserkrankung
  • in Schwangerschaft und Stillzeit
  • bei deutlich eingeschränkter Lungenfunktion (FEV1 unter 60 % des Sollwerts bzw. unter 1,5 Litern)
  • in den ersten etwa 6 Wochen nach einem Atemwegsinfekt
  • bei bestimmten Vorerkrankungen bzw. Medikamenten (z. B. Cholinesterase-Hemmer bei Myasthenia gravis)
  • nicht bei Kindern unter 5 Jahren

Was sagen die Ergebnisse aus?

Reagieren Ihre Atemwege schon bei niedriger Dosis mit einer deutlichen Verengung, spricht das für eine bronchiale Überempfindlichkeit, wie sie typisch für Asthma ist. Bleibt die Lungenfunktion dagegen auch bei hoher Dosis stabil, ist ein Asthma sehr unwahrscheinlich – ein wichtiger Befund, um die Erkrankung auszuschließen.

Was Sie wissen sollten

Eine leichte, vorübergehende Atemwegsverengung gehört zum Prinzip des Tests und wird mit dem Spray zuverlässig wieder aufgehoben. Die gesamte Untersuchung findet unter ärztlicher Aufsicht statt. Damit das Ergebnis aussagekräftig ist, sind die Karenzzeiten und die Hinweise zur Vorbereitung entscheidend – sprechen Sie uns bei Unsicherheiten einfach vorher an.

Grundlage der Karenzzeiten: Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga e. V. (Criée C.-P. et al., Aktuelle Empfehlungen zur Lungenfunktionsdiagnostik, 2024).