Labor

Blutgasanalyse

Direkte Messung von Sauerstoff, Kohlendioxid und Säure-Basen-Haushalt aus einer kapillären Blutprobe – wichtige Information zur Beurteilung der Atmung.

Dauer: ca. 5–10 Minuten

Illustration Blutgasanalyse

Was misst die Blutgasanalyse?

Die Blutgasanalyse – kurz BGA – ist eine der schnellsten und aussagekräftigsten Untersuchungen in der Pneumologie. Sie zeigt unmittelbar, wie gut Ihre Lunge ihre Hauptaufgabe erfüllt: Sauerstoff aufzunehmen und Kohlendioxid abzugeben.

Wichtige Messwerte:

  • pO₂ (Sauerstoffpartialdruck): wie viel Sauerstoff ist im Blut gelöst?
  • pCO₂ (Kohlendioxidpartialdruck): wie effektiv wird CO₂ abgeatmet?
  • pH: Säure-Basen-Status
  • HCO₃⁻ (Bicarbonat): Pufferkapazität des Blutes
  • Sauerstoffsättigung (SO₂): Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Blutprobe wird in der Regel kapillär aus dem Ohrläppchen entnommen. Das Ohrläppchen wird vorher mit einer durchblutungsfördernden Creme oder Wärme stark durchblutet, dann mit einem feinen Stich Blut entnommen und in eine kleine Kapillare aufgenommen. Die Probe wird sofort im Praxislabor analysiert – Ergebnisse liegen innerhalb weniger Minuten vor.

Bei besonderen Fragestellungen ist auch eine arterielle Blutentnahme möglich, das ist im ambulanten Setting aber selten erforderlich.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Die Kombination der Werte erlaubt eine differenzierte Beurteilung:

  • Respiratorische Partialinsuffizienz: nur der Sauerstoffwert ist erniedrigt
  • Respiratorische Globalinsuffizienz: zusätzlich CO₂ erhöht – die Lunge schafft die Abatmung nicht mehr ausreichend
  • Hyperventilation: CO₂ erniedrigt, oft im Rahmen psychogener Atemstörungen
  • Metabolische Veränderungen: zeigen sich an pH und Bicarbonat

Die Werte sind oft entscheidend für die Indikation einer Sauerstoff-Langzeittherapie.