Illustration Schlafapnoe

Schlafapnoe

Wiederholte Atempausen im Schlaf führen zu nicht erholsamem Schlaf und Tagesmüdigkeit und belasten langfristig Herz und Kreislauf. Gut diagnostizierbar und wirksam behandelbar.

Erkennen Sie sich wieder?

Vielleicht kennt Ihr Partner es besser als Sie selbst: lautes Schnarchen mit Atempausen in der Nacht. Tagsüber fühlen Sie sich wie gerädert, sind unkonzentriert oder nicken schnell ein. Das lässt sich gut messen – und wirksam behandeln.

Was ist eine Schlafapnoe?

Die Schlafapnoe gehört zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen. Bei der häufigsten Form, der obstruktiven Schlafapnoe (OSA), erschlafft im Schlaf die Muskulatur im Rachenraum, sodass die oberen Atemwege wiederholt teilweise oder vollständig verschließen. Die Folge sind kurze Atempausen (Apnoen), Abfälle der Sauerstoffsättigung und kurze Weckreaktionen – meist ohne dass die Betroffenen es bewusst bemerken. Der Schlaf verliert dadurch seine Erholungsfunktion.

Wie häufig solche Ereignisse auftreten, beschreibt der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) – die Zahl der Atempausen und -minderungen pro Stunde Schlaf. Er bestimmt wesentlich den Schweregrad.

Seltener tritt eine zentrale Schlafapnoe auf, bei der die Atemsteuerung aus dem Gehirn gestört ist (häufig bei Herzschwäche).

Risikofaktoren

  • Übergewicht – der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor
  • höheres Lebensalter und männliches Geschlecht (Frauen vermehrt nach den Wechseljahren)
  • anatomische Enge im Rachen, vergrößerte Mandeln, behinderte Nasenatmung
  • Alkohol am Abend sowie beruhigende oder schlaffördernde Medikamente
  • familiäre Häufung

Symptome und mögliche Folgen

Typisch sind lautes, unregelmäßiges Schnarchen, beobachtete Atempausen, unruhiger Schlaf und ausgeprägte Tagesmüdigkeit. Häufig fällt dem Partner die nächtliche Atempause zuerst auf – die Fremdbeobachtung ist ein wichtiger Hinweis.

Die Tagesschläfrigkeit kann Konzentration und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und – bis hin zum Sekundenschlaf – die Verkehrssicherheit gefährden. Unbehandelt ist die obstruktive Schlafapnoe zudem mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck (oft schwer einstellbar), Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern), Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden.

Diagnostik

Am Anfang stehen die Erfassung der Tagesschläfrigkeit (z. B. mit der Epworth-Schläfrigkeitsskala) und der Beschwerden. Den entscheidenden Schritt bildet die ambulante Schlafapnoe-Diagnostik (Polygraphie): Sie erhalten ein kleines Aufzeichnungsgerät und schlafen damit eine Nacht zu Hause im eigenen Bett. Aufgezeichnet werden Atemfluss, Atembewegungen, Sauerstoffsättigung, Puls, Schnarchen und Körperlage.

Anhand des AHI lässt sich der Schweregrad einordnen:

SchweregradAHI (Ereignisse pro Stunde Schlaf)
leicht5–14
mittelgradig15–29
schwergradig≥ 30

Bei unklarem Befund oder Verdacht auf eine andere Schlafstörung kann eine Polysomnographie im Schlaflabor ergänzt werden.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad, Form und Beschwerden:

  • Allgemeine Maßnahmen: Gewichtsreduktion, Schlaf in Seitenlage (Lagetherapie bei lagebezogener Apnoe), Verzicht auf Alkohol am Abend und – soweit möglich – auf schlaffördernde Mittel.
  • Unterkieferprotrusionsschiene: eine vom Zahnarzt angepasste Schiene, vor allem bei leicht- bis mittelgradigen Formen.
  • CPAP-Therapie: die nächtliche Atemtherapie mit leichtem Überdruck ist das Standardverfahren bei mittel- bis schwergradiger obstruktiver Schlafapnoe und meist sehr wirksam.
  • in ausgewählten Fällen HNO-ärztliche oder operative Verfahren.

Wir klären Ihre Beschwerden ab, leiten – wo erforderlich – die passende Therapie ein bzw. überweisen gezielt an ein Schlaflabor weiter. Eine konsequent behandelte Schlafapnoe bessert in der Regel Schlafqualität, Tagesform und die Belastung für Herz und Kreislauf deutlich.

Wann sollten Sie zu uns kommen?

  • Beobachtete Atempausen oder lautes, unregelmäßiges Schnarchen
  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit oder Einnicken am Tag – etwa am Steuer
  • Morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme
  • Bluthochdruck, der sich nur schwer einstellen lässt

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen – Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“ (AWMF-Register-Nr. 063-001).

Hinweis: Diese Informationen dienen Ihrer allgemeinen Orientierung und ersetzen kein ärztliches Beratungsgespräch. Diagnose und Therapie richten sich immer nach Ihrer individuellen Situation. Stand der zugrunde gelegten Leitlinien: 2026.