Illustration Allergien & Heuschnupfen

Allergien & Heuschnupfen

Allergischer Schnupfen ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen – und oft eng mit allergischem Asthma verbunden. Mit der spezifischen Immuntherapie steht eine ursächliche Behandlung zur Verfügung.

Erkennen Sie sich wieder?

Vielleicht kennen Sie das: jedes Frühjahr dieselbe Geschichte mit Niesen, juckenden Augen und verstopfter Nase – oder ganzjährig Beschwerden zu Hause. Vieles lässt sich gut lindern, und mit der Hyposensibilisierung gibt es sogar eine ursächliche Behandlung.

Was ist eine Allergie der Atemwege?

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überschießend auf eigentlich harmlose Stoffe (Allergene) wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze. Die häufigste Form an den Atemwegen ist die allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen) – häufig zusammen mit einer Bindehautentzündung als Rhinokonjunktivitis. Sie kann saisonal auftreten (Heuschnupfen, etwa durch Pollen) oder ganzjährig (z. B. durch Hausstaubmilben).

Häufige Auslöser

  • Pollen von Bäumen (z. B. Birke, früh im Jahr), Gräsern (Frühsommer) und Kräutern (z. B. Beifuß, Spätsommer) – typischerweise saisonal
  • Hausstaubmilben, Tierhaare und -schuppen sowie Schimmelpilze – meist ganzjährig

Bei einer Pollenallergie können zusätzlich Kreuzreaktionen mit bestimmten Nahrungsmitteln auftreten (pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie, z. B. Apfel bei Birkenpollenallergie).

Beschwerden und Schweregrad

Die allergische Rhinitis wird nach Dauer und Ausprägung der Beschwerden eingeteilt (ARIA-Klassifikation). Das hilft, die Behandlung passend zu wählen:

EinteilungBedeutung
intermittierendBeschwerden an weniger als 4 Tagen/Woche oder über weniger als 4 Wochen
persistierendBeschwerden an 4 oder mehr Tagen/Woche und über mehr als 4 Wochen
leichtnormaler Schlaf, Alltag, Sport und Beruf nicht beeinträchtigt
mittel bis schwerSchlaf gestört und/oder Alltag und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt

Zusammenhang mit Asthma (Etagenwechsel)

Allergische Rhinitis und allergisches Asthma sind eng verbunden („eine Atemwegserkrankung”). Ein unbehandelter Heuschnupfen kann im Verlauf in ein Asthma übergehen – der sogenannte Etagenwechsel. Das ist ein wichtiger Grund, Allergien ernst zu nehmen und frühzeitig zu behandeln.

Diagnostik

Am Anfang steht das ausführliche Gespräch: Wann und wo treten die Beschwerden auf? Den Nachweis der Sensibilisierung führen wir mit Allergietests – dem Pricktest auf der Haut und/oder der Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper im Blut; in unklaren Fällen kann ein Provokationstest ergänzt werden. Bei Verdacht auf eine Beteiligung der unteren Atemwege ergänzen wir Lungenfunktion und FeNO-Messung, um ein begleitendes Asthma zu erkennen.

Therapie

Die Behandlung ruht auf drei Säulen:

  • Allergenkarenz – Allergene meiden, soweit möglich.
  • Medikamentöse Therapie – Antihistaminika und nasale Kortikosteroide lindern die Beschwerden zuverlässig; bei Augenbeschwerden helfen entsprechende Augentropfen.
  • Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) – die bislang einzige ursächliche Behandlung: Über etwa drei Jahre wird das Immunsystem gezielt an das Allergen gewöhnt. Sie kann den Beschwerdeverlauf langfristig bessern und dem Etagenwechsel zum Asthma entgegenwirken.

Die Hyposensibilisierung führen wir in unserer Praxis durch – sowohl sublingual (Tropfen bzw. Schmelztablette) als auch subkutan (ein kleines Depot wird unter die Haut gespritzt). Ausführliche Hinweise zu Ablauf, Indikation, Erfolgsaussichten und der Wahl zwischen SLIT und SCIT finden Sie auf unserer Seite zur Hyposensibilisierung.

Wann sollten Sie zu uns kommen?

  • Wiederkehrender Niesreiz, Fließschnupfen oder juckende, tränende Augen – saisonal oder ganzjährig
  • Beschwerden, die Schlaf, Alltag oder Leistungsfähigkeit beeinträchtigen
  • Zusätzlich Husten, Pfeifen oder Atemnot als möglicher Hinweis auf ein begleitendes Asthma
  • Wunsch nach einer ursächlichen Behandlung (Hyposensibilisierung)

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) u. a.: S3-Leitlinie Allergische Rhinitis (AWMF-Register-Nr. 061-014).
  2. DGAKI u. a.: S2k-Leitlinie zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen (AWMF-Register-Nr. 061-004).

Hinweis: Diese Informationen dienen Ihrer allgemeinen Orientierung und ersetzen kein ärztliches Beratungsgespräch. Diagnose und Therapie richten sich immer nach Ihrer individuellen Situation. Stand der zugrunde gelegten Leitlinien: 2026.